20. Januar 2024

20. Januar 1942 Wannseekonferenz

 

Die Wannseekonferenz, ein dunkles und entscheidendes Ereignis in der Geschichte des Holocausts, fand am 20. Januar 1942 in der idyllischen Villa am Großen Wannsee Nr. 56/58 in Berlin statt. Diese Konferenz, ein Treffen hochrangiger Beamter des Nazi-Regimes, hatte ein grauenhaftes Ziel: die Koordination und Umsetzung der sogenannten "Endlösung der Judenfrage", eines euphemistischen Ausdrucks für den geplanten Völkermord an den Juden Europas.

An der Konferenz nahmen fünfzehn Personen teil, überwiegend hochrangige Vertreter der SS, der NSDAP und verschiedener Ministerien. Die Anwesenden waren:

Reinhard Heydrich – SS-Obergruppenführer und General der Polizei, Chef des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) und Stellvertreter von Heinrich Himmler. Heydrich leitete das Treffen und präsentierte den Plan für die "Endlösung".

Adolf Eichmann – SS-Obersturmbannführer, Referatsleiter im RSHA. Eichmann war maßgeblich an der Planung und Organisation der Deportationen europäischer Juden in Vernichtungslager beteiligt.

Dr. Josef Bühler – Staatssekretär und stellvertretender Gouverneur des Generalgouvernements in Polen. Er bat um Priorität für die "Endlösung" in seinem Verwaltungsgebiet.

Dr. Roland Freisler – Staatssekretär im Reichsjustizministerium, später Präsident des Volksgerichtshofs. Er beriet über die rechtlichen Aspekte der "Endlösung".

Dr. Wilhelm Stuckart – Staatssekretär im Reichsministerium des Innern, Mitverfasser der Nürnberger Gesetze.

Dr. Erich Neumann – Staatssekretär und Leiter des Büros des Vierjahresplans.

Dr. Alfred Meyer – Staatssekretär und stellvertretender Reichsminister für die besetzten Ostgebiete.

Dr. Georg Leibbrandt – Chef der politischen Abteilung im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete.

Martin Luther – Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt.

Friedrich Wilhelm Kritzinger – Staatssekretär in der Reichskanzlei.

Gerhard Klopfer – NSDAP-Funktionär, Büroleiter im Parteikanzlei von Martin Bormann.

Otto Hofmann – SS-Gruppenführer und Chef des SS-Rasse- und Siedlungshauptamtes.

Heinrich Müller – SS-Gruppenführer und Gestapo-Chef.

Karl Eberhard Schöngarth – SS-Brigadeführer und Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD in Krakau.

Rudolf Lange – SS-Sturmbannführer, Leiter des Einsatzkommandos 2 in Lettland und Beteiligter an Massenmorden im Baltikum.

Die Konferenz dauerte lediglich etwa 90 Minuten, und die Beschlüsse, die dort gefasst wurden, führten zur systematischen Deportation und Ermordung von sechs Millionen Juden in Konzentrations- und Vernichtungslagern. Die Wannseekonferenz steht somit symbolisch für die bürokratische Planung und Organisation des Holocausts durch das NS-Regime. Sie illustriert die entsetzliche Tatsache, dass der Völkermord an den Juden nicht nur das Werk von fanatischen Ideologen und Militärs war, sondern auch von Bürokraten und Verwaltungsbeamten, die ihre Fachkenntnisse und organisatorischen Fähigkeiten für diesen Zweck einsetzten.

 

 


 

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