22. Juni 2023

Hintergrundinfos rund um den Kinofilm Oppenheimer

 

Julius Robert Oppenheimer war ein amerikanischer theoretischer Physiker, der am 22. April 1904 geboren wurde und am 18. Februar 1967 verstarb. Er ist vor allem für seine führende Rolle im Manhattan-Projekt bekannt, dem geheimen Forschungs- und Entwicklungsprogramm der Vereinigten Staaten während des Zweiten Weltkriegs, das zur Entwicklung der ersten Atombombe führte.
Oppenheimer wurde in New York City geboren und zeigte früh ein außergewöhnliches Talent für Mathematik und Physik. Er studierte an renommierten Universitäten wie der Harvard University, der University of Cambridge und der University of Göttingen in Deutschland. In den 1930er Jahren leistete er wichtige Beiträge zur theoretischen Physik, insbesondere zur Quantenmechanik und Kernphysik. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Oppenheimer als wissenschaftlicher Leiter des Los Alamos Laboratory in New Mexico ernannt, dem Zentrum des Manhattan-Projekts. Unter seiner Führung arbeiteten zahlreiche Wissenschaftler und Ingenieure an der Entwicklung der Atombombe. Oppenheimer spielte eine entscheidende Rolle bei der Koordination und Integration der verschiedenen Forschungsstränge und wurde zu einem der wichtigsten wissenschaftlichen Köpfe des Projekts. Nach dem erfolgreichen Test der ersten Atombombe, bekannt als Trinity-Test, im Juli 1945 wurde die Bombe auf Hiroshima (6. August 1945) und Nagasaki (9. August 1945) abgeworfen, was letztendlich zur Kapitulation Japans führte und den Zweiten Weltkrieg beendete. Oppenheimer wurde nach dem Krieg für seine Verdienste mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt. Allerdings geriet er während der McCarthy-Ära in den 1950er Jahren in politische Schwierigkeiten. Aufgrund seiner früheren Verbindungen zu linksgerichteten politischen Gruppen und seiner kritischen Haltung zur Entwicklung der Wasserstoffbombe wurde er wegen angeblicher kommunistischer Sympathien angeklagt. Obwohl er vor Gericht freigesprochen wurde, verlor er seine Sicherheitsfreigabe und wurde aus dem Bereich der nuklearen Forschung ausgeschlossen. Oppenheimers spätere Jahre waren von Lehrtätigkeiten und wissenschaftlicher Arbeit geprägt. Er setzte sich auch für den zivilen Einsatz der Atomenergie ein und war ein prominenter Befürworter internationaler Kontrolle und Abrüstung. J. Robert Oppenheimer wird oft als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten in der Geschichte der modernen Physik und der Atomwaffenentwicklung betrachtet.

Übrigens, obwohl beide Bomben auf dem Prinzip der Kernspaltung beruhten, hatten sie unterschiedliche Designs und Eigenschaften. Die Bombe, die am 6. August 1945 auf Hiroshima abgeworfen wurde, wurde "Little Boy" genannt. Es handelte sich um eine Uran-Bombe, bei der eine Masse aus angereichertem Uran-235 durch einen konventionellen Sprengstoff zu einer kritischen Masse komprimiert wurde. Diese Kompression führte zur Freisetzung einer großen Menge an Energie in Form einer nuklearen Explosion. Die Bombe, die am 9. August 1945 auf Nagasaki abgeworfen wurde, wurde "Fat Man" genannt. Im Gegensatz zu "Little Boy" war "Fat Man" eine Plutonium-Bombe. Sie verwendete eine Implosionsmethode, bei der eine Kugel aus Plutonium-239 durch eine Anordnung von Sprengstoffen gleichmäßig komprimiert wurde. Durch diese Implosion wurde eine kritische Masse erreicht, was zu einer nuklearen Detonation führte. Sowohl "Little Boy" als auch "Fat Man" waren verheerende Waffen mit enormer Zerstörungskraft. Jedoch unterschieden sie sich in ihrem Design, ihrem verwendeten spaltbaren Material und ihrer Zündungsmechanismen. Die beiden Bomben sind Resultate der beiden Entwicklungswege im Rahmen des Manhattan-Projekts. Ursprünglich war das Ziel des Manhattan-Projekts die Entwicklung einer Atombombe auf Basis von angereichertem Uran-235, da dieses Material einfacher herzustellen schien. Dies führte zur Entwicklung von "Little Boy", einer Uran-Bombe, die eine Kanonenabschussmethode verwendete. Bei dieser Methode wurde eine kritische Masse aus angereichertem Uran-235 durch eine Kanone in eine andere Masse aus Uran-235 geschossen, wodurch eine nukleare Kettenreaktion ausgelöst wurde.
Allerdings stellte sich heraus, dass die Herstellung von waffenfähigem angereichertem Uran-235 zeitaufwendig und schwierig war. Daher wurde parallel dazu an der Entwicklung von Plutonium als spaltbares Material gearbeitet. Plutonium-239, das aus abgebrannten Brennstäben in Kernreaktoren gewonnen werden konnte, bot eine alternative Option für den Bau von Atombomben. Die Plutonium-Bombe mit dem Codenamen "Fat Man" wurde entwickelt, um die Implosionsmethode zu nutzen. Bei dieser Methode wird eine kritische Masse aus Plutonium-239 durch eine gleichmäßige und schnelle Kompression mittels konventioneller Sprengstoffe erreicht. Obwohl die Plutonium-Bombe komplexer in der Herstellung war, ermöglichte sie letztendlich eine effizientere Ausnutzung des spaltbaren Materials und eine größere Zerstörungskraft im Vergleich zur Uran-Bombe. Daher entschieden die Verantwortlichen des Manhattan-Projekts, "Fat Man" für den Einsatz auf Nagasaki zu verwenden, während "Little Boy" auf Hiroshima abgeworfen wurde. gp

 

 


 

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