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02. Februar 2017

„Das ist doch keine Kunst“, oder doch? Comic-Kunst im Museum Haus Ludwig

 

Unterhaltung, Satire und Zeichenstriche, die sich sehen lassen können: Mit Ruthe, Flix und Sauer zeigen drei der bekanntesten deutschen Comic-Künstler ihre Werke im Museum Haus Ludwig. Eine zweite Ausstellung im Atelier des Hauses ergänzt dies mit Gemeinschaftsarbeiten von Flix mit dem saarländischen Comic-Künstler Bernd Kissel. Wenn schon Museum, dann auch klassisch und noch ein bisschen kitschig dazu: Als Künstlerportrait mit grobem Pinselduktus, eingefasst im pseudo-barocken Goldrahmen. So stellen es sich die drei Comic-Zeichner Ruthe, Flix und Sauer vor, wenn ihre Werke den Weg ins Museum finden und so setzen sie sich auch selbst in Szene. Die Cartoonfigur als Museumsgut, stellvertretend für den Menschen hinterm Zeichenstift. Etwas überrascht, aber doch mit großem Witz und schließlich auch mit großer Begeisterung fanden drei von Deutschlands bekanntesten Comic-Zeichnern den Weg in die Ausstellung, erzählte Kuratorin Dr. Christine Vogt, Direktorin der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen, bei der Vernissage im Museum Haus Ludwig. „Das ist doch keine Kunst“, lautet dabei ihr eigener satirischer Kommentar im Ausstellungstitel. Joschua Sauer (nichtlustig) mit seinen Sauriern, Wissenschaftlern und den stets am Rande zum Abgrund stehenden Lemmingen, Shit Happens von Ralph Ruthe mit Günter der Giraffe oder dem Nashorn das nicht fliegen kann und Flix, der nochmal ganz andere Techniken und Einflüsse hat und „der von Anfang an nicht bescheiden war“, wie Vogt schmunzelnd erzählte: „Noch vor dem Studium zeichnete er Faust als Comic.“
Mit den unterschiedlichen Zugängen der Künstler zu Comic und Cartoon zeigt die Ausstellung verschiedene Arten, das Medium zu nutzen. Mal funktioniert es im Bild und mal als Buch, mal als Serie und mal als in sich abgeschlossenes Projekt. Dabei präsentiert die Ausstellung nicht nur die fertigen Cartoons. Zu sehen sind auch Skizzen, Zeichenbücher und frühe Versuche, die teils bis in die Kindheit der Künstler zurückreichen. So können die Besucher nachvollziehen, wie sich der Stil der Zeichner und Autoren entwickelt hat, wie ein Cartoon aus einer Idee erwächst und wie viel handwerkliches Geschick sich in ihrer Kunst verbirgt.
Dann also doch Kunst? Auf jeden Fall! Überhaupt, die Behauptung „Das ist doch keine Kunst“ beweise die beeindruckende Bescheidenheit der Künstler, fand OB Roland Henz. „Es ist doch Kunst und nie war sie so wichtig wie heute.“ Comic und Cartoon seien äußerst effektvoll und hätten zugleich großes satirisches, politisches und sozialkritisches Potential. „ Mit wenigen Strichen in ihren Zeichnungen, drücken die Künstler oftmals mehr aus, als Politiker in ihren Reden“.
Ein Fokus liegt auf der Zusammenarbeit der Comic-Künstler. „Sie zieht sich wie ein roter Faden durch die Ausstellung“, erklärte Dr. Claudia Wiotte-Franz. „Das ganze Haus ist Gemeinschaftsprojekten gewidmet.“ Dies ergänzt auch die zweite Ausstellung im Atelier hervorragend: „Rendez-vous mit Flix und Kissel“ zeigt Ausschnitte aus dem gemeinsamen Schaffen von Flix mit dem saarländischen Comic-Künstler Bernd Kissel, der unter anderem auch mit Museumsleiter Benedikt Loew für „Saarlouis – Im Fluss der Zeit“ verantwortlich ist. Gemeinsam mit Flix feiert Kissel derzeit deutschlandweite Erfolge mit der Comic-Version von Münchhausen.

Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen museumspädagogischen Begleitprogramm.

 


Tags/Schlagworte dieses Artikels: Comic-Kunst

 

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