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Politisch korrektes Deutsch

...oder: Auf was man / frau (nicht das hier der Verdacht entsteht, man / frau würde an dieser Stelle durch "man" auf ein gekürztes Mann anspielen oder das englische man; dies wäre ja nicht gender-korrekt. Um dies zu vermeiden, versuchen wir an dieser Stelle in Zukunft man/wo-man als Schreibung durchzuhalten. Wie Anglizismus? Ach so, na dann...) Worauf man (wo-man) nicht alles kommt, wenn man (wo-man) nichts Besseres zu tun hat!

 

Diese Seite soll nicht irgendwelchen verwirrten Menschen - oh Entschuldigung, ich meinte natürlich „Menschen mit einem verwirrten Geisteszustand“, oder vielleicht doch eher „Menschen mit einer durch temporären Irritation unterliegenden, geistigen Herausforderung“ – das Wort reden, dennoch den teilweisen Wahnsinn der Politischen Korrektheit an einigen Fallbeispielen aufzeigen.

 

Und nur um vorzubegeugen: Einige meiner besten Freunde weisen einen Migrationshintergrund auf, bezeichnen sich selbst als Ausländer und/oder aus dem Ausland stammend.
Und meine stark-pigmentierten Freunde aus Kamerun haben mehr als einmal gefragt, ob ich nicht einen Mohrenkopf für sie hätte... die werden doch nicht einen latent-rassistischen Ansatz auf sich selbst hegen...?!?

Gott, Entschuldigung, Höchstes Wesen oder Höchste Wesen bewahre/bewahret sie davor.

 

Leserbeitrag: Gut gemeint...

(Carsten Klein) Gut gemeint...

...ist oft das Gegenteil von gut gemacht, diese Alltagsweisheit gilt auch in punkto (politisch) korrekter Sprache.

Natürlich ist es gut und richtig, sich für eine Gleichbehandlung von Männern und Frauen einzusetzen, gegen die Diskriminierung von Einwanderern, etc. Das ergibt sich schon aus dem Gleichheitsgrundsatz unserer Verfassung. Und natürlich darf man sich in diesem Zusammenhang auch Gedanken über Sprache machen. Niemandem soll das Recht genommen werden, über Sprache zu diskutieren und auch zu streiten. Sprache ist immer im Fluss, ist lebendig und das ist gut so.

Problematisch wird es dann, wenn Sprachkritik auf deutsche Gründlichkeit und Regelungswut trifft. Sprache ist als politisches Erziehungsinstrument denkbar ungeeignet, der Vergleich zum Orwellschen "Neusprech" liegt nahe. Gesellschaftlichen Wandel kann man nicht erzwingen, höchstens anstiften. Wer Menschen verbieten will, "Mohrenkopf" zu sagen, sorgt eher für Kopfschütteln als für politische Veränderung.

Im Zweifel gilt: Das bessere ist der Feind des Guten, und die Begriffe, die am ehesten unserer Zeit entsprechen werden sich auch durchsetzen. Dazu bedarf es keiner Erziehungsratschläge von Ministerinnen, Professorinnen oder Feuiletonisten. Wobei ich Frau Schröder nicht das Recht absprechen will, ihren Kindern Geschichten so
zu erzählen, wie sie es für richtig hält. Bloß sollte sie nicht mit mehr oder weniger erhobenem Zeigefinger anderen Eltern Ratschläge geben. Bürger sind oft vernünftiger, als Politiker so denken. Vielleicht ist es ja auch viel sinnvoller, statt das Wort "Negerkönig" zu zensieren, mit Kindern über solche Begriffe zu sprechen?

Noch ein Tipp an die Sprachneuschöpfer in den Redaktionsstuben, Amtsstuben, Universitäten oder wo auch immer sie sitzen: Seid ruhg kreativ. Aber wenn Ihr wollt, dass Eure Worte auch in die Alltagssprache übernommen werden, macht Euch nicht nur Gedanken um Korrektheit, sondern auch um Ästhetik, Phonetik und praktischen Sprachgebrauch. "Mensch mit Migrationshintergrund" mag absolut diskriminierungsfrei sein, aber es hört sich absolut sperrig und unschön an. Tut man letztlich den Menschen, die man mit solchen "korrekten" Wortungetümern beglücken will, einen Gefallen?

 


 

Ursprünglicher Beitrag

 

Nix Studenten, Studierende soll es heißen

„Wie lächerlich der Begriff Studierende ist, wird deutlich, wenn man ihn mit einem Partizip Präsens verbindet. Man kann nicht sagen: In der Kneipe sitzen biertrinkende Studierende. Oder nach einem Massaker an einer Universität: Die Bevölkerung beweint die sterbenden Studierenden. Niemand kann gleichzeitig sterben und studieren.“ - Max Goldt: Wenn man einen weißen Anzug anhat. Reinbek 2002, S. 56.

Ein interessanter Auszug hierzu aus einem Internetforum, der zeigt, auf was für einem Niveau sich die Diskussion befindet (und dabei ist ausdrücklich nicht das folgende Zitat gemeint!, sondern die Diskussion an sich):

(Frage:) Ist denn "Studenten" etwa nicht geschlechtsneutral? (Antwort) Schon, das weiß nur niemand. Im Deutschen ist es allgemein üblich, Personenbezeichnungen in männlicher und weiblicher "Ausführung" zu kreieren. Historisch gesehen gab es bei "Erfindung" des Studenten keine weiblichen Studenten, seit der allgemeinen Emanzipation gibt es sie als "Studentinnen", wahrscheinlich aus Unkenntnis der lateinischen Stammform. - http://www.deutsches-sprachforum.de/t218f14-Max-Goldt.html

 

 

Politkerinnen, statt Politiker, Wissenschaftlerinnen statt Wissenschaftler, na DANKE!

PolitikerInnen, Politker_innen, Politiker-Innen, usw. sind einfach falsche Schreibweisen. Somit bleibt als einzig korrekte Schreibweise Politikerinnen.

Aus Sicht der Politischen Korrektheit, sollen Frauen stärker sprachlich sichtbar werden. Super! Grundsätzlich! Nur Hallo?!? Deutsch ist kein Englisch. Wir unterscheiden in unserer Muttersprache zwischen dem grammatischen Geschlecht Genus und dem biologischen Geschlecht Sexus. Ihr erinnert Euch daran, Ihr politisch korrekten Schreiber und Sprecher? Klingelt da vielleicht was?

Sng. der Politiker, Plural die Politiker. Der Singular steht nach Genus und Sexus für einen Mann. Somit sollte man, wenn man über eine Frau redet selbstverständlich in Floskeln wie "Sie ist eine Politikerin" die weibliche Form wählen. Nur im Plural können die Politiker entweder weiblich oder männlich sein, aber die Politikerinnen sind nun mal ausschließlich weiblich! Dürfen jetzt die Männer sprachlich unterdrückt und ausgeblendet werden?!? Ist das die Politische Korrektheit?

Und auch bei den Wissenschaftlern könnte es tatsächlich Männer geben, bei den Wissenschaftlerinnen sicherlich nicht.

 

 

Das Zwangsaus für Volkslieder, wie den Zählreim von F. H. Benary aus 1885

"Zehn kleine Negerknaben schlachteten ein Schwein;
Einer stach sich selber tot, da blieben nur noch neun.

Neun kleine Negerknaben, die gingen auf die Jagd;
Einer schoss den andern tot, da …"

Oder vielleicht einfach anpassen - dabei natürlich auch an PETA & Co und an die neuen Medien angepasst?

"Zehn kleine, junge Bürger_innen, stark pigmentiert und mit scheinbar afrikanischem Migrationshintergrund, stachen Löwenzahn aus einem Beet;
Einer stach sich selber tot, da blieben nur noch neun.

Neun kleine, junge Bürger_innen, stark pigmentiert und mit scheinbar afrikanischem Migrationshintergrund, die gingen mit der Lumex auf die Blumenjagd;
Einer twitterte den andern digital tot, da …"

 

 

Die Kleine Hexe von Otfried Preussler

Verleger Klaus Willberg kündigte an und veranlasste, dass das Buch von „ veralteten und politisch nicht mehr korrekten Begrifflichkeiten“ zu säubern (ups könnte NAZI-Jargon sein), also zu bereinigen (ups, könnte STASI-Jargon sein), zu befreien sei.

So sollen unter anderem die Beschreibung der Szene, in der sich Kinder (oder Kinder_innen, KinderInnen, Kinderinnen) als Türken, Chinesenmädchen und Neger verkleiden befreit werden.

Ich empfehle an dieser Stelle folgende Formulierung:

… sie verkleideten sich als bundesdeutsche Mitbürgerinnen mit Migrationshintergrund aus der Türkei in der dortigen Folkloretracht im ausgehenden 16./17. Jahrhundert, als chinesische Hofdamen und Konkubinen des chinesischen Kaiserreiches um 1700 sowie durch geeignete Farbauftragung als Bürger eines afrikanischen Landes mit ausgeprägter dunkler Hauptpigmentierung.

Das verstehen Kleinkinder dann natürlich direkt und ohne weitere Erklärungen und so macht die Geschichte sowieso mehr Spaß.

Eine kleine Anregung sei mir dennoch gestattet.

Statt „Kleine Hexe“, da es nachweislich solche ja nicht gab und somit gleichfalls eine Diskriminierung vorzuliegen scheint, würde ich im Titel lieber sehen: „Eine auf Kräuterkunde versierte Frau mit einer körperlichen Herausforderung“. Und „Preussler“ scheint ja auch irgendwie mit „Preussen“ zu tun zu haben, also wäre hier doch viel eher ein „Borussialer“ angebracht.

 

 

Pippi Langstrumpf

Spiegel: „Vorlese-Ratschläge für Eltern: Ministerin Schröder schafft den "Negerkönig" ab - Sind Grimms Märchen sexistisch? Ist "Pippi Langstrumpf" rassistisch? Familienministerin Schröder fühlt sich auch für elterliche Vorleseprobleme zuständig. In einem Interview verriet sie nun, dass bei ihr ein "Südsee-König" Taka-Tuka-Land regiert - und "das liebe Gott" im Himmel wohnt.“ - http://bit.ly/UNODrY [eingesehen am 22.01.2013].

Wie man dem Artikel entnehmen kann, spielt für Schröder, müsste das nicht dann korrekt Schröderin heissen?!?, der Artikel bei "der liebe Gott" keine Rolle, so dass man ohne weiteres "das liebe Gott" sagen kann. Aha...

"Konkret Du Schröderin, brauch nix Flexion, konkret nix Deklination, kein Artikel - warum Numerus, warum Personalpronomen wollen, Artikel für Gender-Rassissten und Gender-Terroristen sein und Flexion nicht gut sein. Lassen weg."

Hallo, Frau Ministerin, ticken Sie noch ganz sauber? Jeder Grundschüler bekäme so etwas angestrichen und mit einem Punktabzug geahndet. Oder sollen wir den Duden gleich einstampfen?!? Man siehe auch: http://bit.ly/UNPSYg.

Die Frau Ministerin sollte vielleicht etwas mehr als Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend arbeiten, dann hat sie für so einen Käse etwas weniger Zeit.

 

 

Zigeunerschnitzel?!?

Grenzwertiges fleischhaltiges Gericht mit Paprika. DENN!!!! Zigeuner ist doch ein verpönter Ausdruck! Zigeuner, dass sind doch Sinit und Roma! Also bestellen wir demnächst doch lieber ein „gebratenes Schnitzel mit einer mit Paprika gewürzten Sauce mit Tomaten, Pilzen und weiteren Zutaten“ oder ein „Sinti-Roma-Schnitzel“?!? Ich bin gerade irritiert und verwirrt, nein, ich meinte, ich unterliege gerade einer temporären Herausforderung kognitiver Art.

 

 

Negerkuss, Dickmanns?

Also als Ersatz für Negerkuss taugt Dickmanns nicht. Denn mit Dickmanns könnte ja eine Anspielung auf deutsche Bundesbürger mit einer gewichtigen Herausforderung/einer gewichtsmäßigen Herausforderung gemeint sein. Und es kann doch nicht sein, dass man diese Menschen diskriminiert!

Ich plädiere für die neue Verpackungsaufschrift "Stark pigmentiert wirkende Süßschaumspeise mit offensichtlich gegebenem afrikanischem Migrationshintergrund auf einer Waffel"!

 

 

Dieser Artikel soll zur Diskussion anreizen. Eure Meinung einfach an die Redaktions-E-mail schreiben ;-)

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Dateigröße: 13.26 Kb - - Letzte Aktualisierung: 22 Januar 2013 23:56:38

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