07. Juli 2024

Die Nilgans - ein wunderschöner Vogel. Feuer frei?!

 

Die Nilgans (Alopochen aegyptiaca) ist eine auffällige Vogelart, die ursprünglich aus Afrika stammt, insbesondere aus dem Nilgebiet und den angrenzenden Regionen. In den letzten Jahrzehnten hat sie sich jedoch erfolgreich in Europa ausgebreitet, insbesondere in Mitteleuropa. Trotz ihrer Schönheit und ihrer beeindruckenden Flugkünste hat die Nilgans auch eine Reihe von Problemen verursacht, die für Umwelt und Mensch gleichermaßen relevant sind.
Die EU führt die Nilgans als invasive Art, obwohl die Nilgans im 18. und 19. Jahrhundert als Ziergeflügel nach Europa gebracht und in Parks und Gärten ausgesetzt wurden. Ganz so freiwillig, war die Invasion dann doch nicht. Es bleibt aber der Punkt, dass sie sich stark ausbreitet. Denn mit der Zeit haben sich einige dieser Vögel aus ihrer Gefangenschaft befreit und begonnen, sich in der freien Wildbahn zu vermehren. Besonders erfolgreich war diese Vermehrung in den letzten Jahrzehnten, was zu einer rasanten Ausbreitung in vielen Teilen Europas und auch dem Saarland geführt hat. 2023 verzeichnete man 150 und 2024 200 Brutpaare im Saarland. Und auch am Saaraltarm läuft einem manchmal eine komplette Nilgansfamilie über den Weg.
Ein Hauptproblem, das durch die Nilgans entsteht, ist die Konkurrenz mit heimischen Wasservögeln. Nilgänse sind sehr territorial und aggressiv, besonders während der Brutzeit. Sie vertreiben andere Vogelarten aus ihren Brutgebieten, was zu einem Rückgang der Bestände einheimischer Arten führen kann. Dieser Verdrängungswettbewerb beeinträchtigt die Biodiversität und kann das ökologische Gleichgewicht in den betroffenen Gebieten stören. Nilgänse verursachen zudem erhebliche Schäden an Grünflächen. So regte der Lisdorfer Heiner Groß bei Stadt und Landkreis Saarlouis in 2014 an, einige der Vögel zu schießen, mit dem Ziel die ganze Population zu vertreiben. Ihre Nahrungssuche und das Gründeln (das Durchwühlen des Bodens nach Futter) hinterlassen oft großflächige Schäden auf Rasenflächen, in Parks und auf Golfplätzen. Dies führt zu hohen Kosten für die Instandhaltung und Wiederherstellung der betroffenen Flächen. Zudem hinterlassen die großen Scharen von Nilgänsen erhebliche Mengen an Kot, der nicht nur unschön ist, sondern auch hygienische Probleme verursachen kann. Die Konzentration von Nilgänsen in städtischen und suburbanen Gebieten kann auch gesundheitliche Risiken für den Menschen mit sich bringen. Ihr Kot kann Krankheiten übertragen und die Wasserqualität in Teichen und Seen verschlechtern. Darüber hinaus können Nilgänse, wie viele andere Vögel auch, Träger von Parasiten und Krankheitserregern sein, die auf den Menschen übertragbar sind.

Um die Probleme, die durch Nilgänse verursacht werden, zu mildern, haben verschiedene Städte und Gemeinden Maßnahmen zur Kontrolle der Population ergriffen. Dazu gehören beispielsweise die Verringerung der Brutplätze, das Einfangen und Umsiedeln der Tiere sowie in einigen Fällen auch die Jagd. Diese Maßnahmen sind jedoch oft umstritten und müssen sorgfältig geplant und durchgeführt werden, um sowohl ethische Bedenken als auch den Schutz anderer Tierarten zu berücksichtigen.
Eine grundsätzliche Bejagung der Nilgänse ist für das Zeitfenster 1. August bis 15. Januar erlaubt. In Einzelfällen und vorherigem Antrag kann die Oberste Jagdbehörde die ansonsten geltende Schonzeit aufgeben, wodurch die Jäger dann nur noch den Muttertierschutz zu beachten haben. mg/ph

 

 

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