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05. Juni 2018

Mehr als Material und Masse: Robert Schad zeigt Stahlskulpturen in Saarlouis und Metz

 

Wenn Robert Schad energisch, aber auch mit einem Lächeln sagt, dass er 35 Tonnen Stahl nach Saarlouis gebracht hat, dann ist das erst die halbe Wahrheit. Denn seine Skulpturen, die hier nun einen Parcours bilden, sind weit mehr als Material und Masse. „Sie sind tonnenschwer und wirken, als würden sie tanzen“, sagt Schad. „Eine Utopie des Körpers.“ Grenzüberschreitend verbinden sie die Städte Saarlouis und Metz in einem gemeinsamen Projekt.

In Form grazil verwobener Linien aus tonnenschwerem Stahl entfalten die Werke von Robert Schad an 18 Standorten in Saarlouis ihre Wirkung. Dabei, so heißt es in einem Begleittext des Instituts für aktuelle Kunst, zeichnen sich die Skulpturen „durch überzeugende Monumentalität und zugleich eine lyrische Abstraktion aus“, und der Künstler selbst hebt hervor: „Manche Formen sind introvertiert, andere gehen auseinander. So entwickelt sich ein Spannungsbogen.“

Herstellen lässt Schad seine Skulpturen in Portugal. Hier und in Frankreich lebt und arbeitet der aus Deutschland stammende Künstler auch – ein europäisches Projekt quasi, so wie auch der Skulpturenparcours „Deux villes – Zwei Städte“, der mit der gemeinsamen Ausstellung Saarlouis und Metz miteinander verbindet. Ursprünglich wurde eine Kooperation von Metz, Saarbrücken, Luxemburg und Trier ins Auge gefasst. Saarlouis sollte da noch eine andere Rolle spielen: Hier nämlich befindet sich das Institut für aktuelle Kunst, mit seinem Leiter, Prof. Jo Enzweiler, der mit Schad in alter Freundschaft verbunden ist. Daher fragte dieser beim Institut an, ob es eine Begleitdokumentation erstellen könne, erinnert sich Enzweiler. Im weiteren Verlauf änderten sich die Planungen, Metz hielt an dem Projekt fest, Saarlouis kam als zweiter Standort hinzu. „Eine große Herausforderung für das Institut“, sagt Enzweiler. „Wir haben sie angenommen, weil wir damit in unserem Schwerpunkt ‚Kunst im öffentlichen Raum‘ einen neuen Akzent setzen.“ Das Kulturamt der Stadt stieg sofort in die Organisation mit ein und hat für die kommenden Monate ein attraktives Begleitprogramm auf die Beine gestellt.

„Über diese Veranstaltung hinaus werden sich sicher weitere Dinge in Zusammenarbeit mit der Stadt Metz ergeben“, sagt Demmer. „Dies ist ein Projekt, das Europa ein Stück zusammen bringt.“ Das sieht auch William Schuman von der Stadt Metz so. Für ihn hat das unkompliziert auf den Weg gebrachte Projekt Seltenheitswert. „Es sind Werke die direkt auffallen und im Gedächtnis bleiben, sie haben eine besondere Präsenz im Raum. Das beste Beispiel für OB Demmer: „Die Skulptur am Ravelin V ist wie geschaffen für diesen Platz.“ Künstler Schad bekräftigt das: „Eine Skulptur schafft Orte“, sagt er. „Der Ort an dem sie aufgestellt ist, ist wesentlich, beides muss sich miteinander verzahnen.“ Und die Frage nach der Bedeutung? „Die Skulpturen haben keine didaktische Aussage. Sie bedeuten das, was die Menschen ihnen zuordnen in der Auseinandersetzung mit der Skulptur und ihrem Ort.“ Das sei, ergänzt Kulturamtsleiterin Julia Hennings, überhaupt eine der besonderen Stärken der Kunst: „Sie verbindet über Sprachgrenzen hinweg.“

Der Saarlouiser Parcours von „Deux villes – Zwei Städte“ mit 18 Skulpturen von Robert Schad verläuft vom Kleinen Markt über das Theater am Ring, den Lothar-Fontaine Platz und den Stadtgarten, über das Institut für aktuelle Kunst hin zum Hotel La Maison. Er ist bis März 2019 zu sehen und wird am Sonntag, 10. Juni, um 11 Uhr mit einer Vernissage im Kunstraum des Instituts für aktuelle Kunst und einem Rundgang mit dem Künstler persönlich offiziell eröffnet. Schirmherren sind Ministerpräsident Tobias Hans und Honorarkonsulin Myriam Bouchon. Während des Projektverlaufs zeigt das Institut für aktuelle Kunst eine Begleitausstellung mit Zeichnungen und kleinen Skulpturen von Robert Schad.

 


Tags/Schlagworte dieses Artikels: Kunst

 

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