26. November 2020

Standort von Ford in Saarlouis muss erhalten bleiben. Dafür braucht es endlich Perspektiven.

 


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Ford Saarlouis stärken und Arbeitsplätze erhalten
In Saarlouis droht weiterer Job-Abbau, für den Standort gibt es weiter kein Konzept, im Gegensatz zu Köln. Die geplante Verschärfung der CO2-Grenzwerte und damit einhergehende Strafzahlungen sowie die Debatte um eine neue Euro-7-Abgasnorm, die in letzter Konsequenz einem Verbot für Verbrenner gleicht, wirkt negativ auch für die Ford Pläne für Saarlouis. Die jetzige Ankündigung der Ford-Geschäftsführung ist ein letzter Weckruf für die Landesregierung, die immer noch kein Konzept für den Standort hat. Es droht ein weiterer massiver Jobabbau, auch ein Zwei-Schicht Betrieb gerät in Gefahr, weil die Politik weniger Verbrenner will. Statt planwirtschaftlichem Zwang zur batterieelektrischen Mobilität brauchen wir Technologieoffenheit. Es verzerrt den Wettbewerb und ist nicht erklärbar, dass nur neue Ansiedlungen wie SVolt massiv subventioniert werden, bei den vielen Firmem im Bestand aber die Transformation im Bestand wie bei Ford nicht unterstützt wird. - Oliver Luksic, FDP


Vielleicht sollte man mit dem Jubeln noch etwas warten?!?
Noch bietet das Ford-Werk in Saarlouis rund 5.000 Arbeitsplätze am Standort und ca. 2.000 in Zulieferfirmen. 2019 ging eine komplette Schicht und 1.600 Arbeitsplätze verloren. Die chinesische SVOLT-Neuansiedlung, für die sich so manche Saar-Politiker selbst über alle Maßen loben, wird 2.000 Arbeitsplätze bringen, wobei noch recht unklar ist, um welche Stellen es sich handelt und wie diese tariflich ausgestaltet sein werden. Für den Landkreis Saarlouis bedeutet es zunächst Mal, dass 8.600 bedrohten oder schon abgeschafften Arbeitsplätzen gerade einmal 2.000 neue Arbeitsplätze als Erfolg gegenüberstehen. Auch nicht ganz korrekt, da ja nur ein Standort im Landkreis liegt, aber wir wollen mal an dieser Stelle nicht kleinlich sein. Also 400 neue Arbeitsplätze mit Blick rein auf die verloren gegangene Schicht. Ein Jahrhundert-Erfolg sieht irgendwie anders aus.
Und das Damokles-Schwert hängt bei aller politischen Selbstbeweihräucherung weiter über dem Saarlouiser Ford-Standort, denn der Deutschland-Chef des US-Autobauers hat sich zu möglichen vier Focus-Modellen (2xElektro/ Hybrid/ Verbrenner) bei schärferen Klimavorgaben ebenso kritisch geäußert, wie zu den Modellen mit konventioneller Motorentechnologie in 2024/ 25. Und auf ein neues Modell wartet der Ford-Standort Saarlouis Ende 2020 immer noch sehnsüchtig.
Währenddessen liegt die politische Fokussierung aktuell nur noch auf E-Mobilität und Batterien, die nun angedachte Euro 7-Abgasnorm der EU passt dazu. Denn Benziner und Diesel können die notwendigen Werte sicherlich erfüllen, die Autos werden aber teurer und rücken dadurch zu den Preisen von Elektrofahrzeugen auf. Der ganze hochgepriesene Transformationsprozess entwickelt sich immer mehr zu einem Strukturbruch: Arbeitsplätz sind gefährdet und die Produktion wird immer mehr ins Ausland verlagert.
Wenn Ford sich entscheiden sollte das Saarlouiser Werk dicht zu machen, dann wird dies verdammt schmerzhaft für den Kreis. Man sollte vielleicht erst losjubeln, wenn der Standort erhalten ist. Sonst steht am Ende ein Minus von 6.600 Arbeitsplätzen zur Debatte. - Phelan Andreas Neumann

Bild: Sammlung HG/1.

 

 


 

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